Café Négation

Temporarily Dead

Das Offensichtliche auszusprechen wirkt banal. Ein kurzes Statement zum Status Quo der Gruppe erscheint uns trotzdem angemessen. Um es kurz zu machen: Nach etwa drei Jahren löst sich das Café Négation Dresden (vorläufig) auf.
Nicht etwa inhaltliche Differenzen oder das Desinteresse an Gesellschaftskritik, sondern vielmehr pragmatische Gründe haben uns zu diesem Schritt bewogen.
Als wir im Jahr 2010 das erste mal zu einer Veranstaltung luden, handelte es sich bei uns wohl noch um eine kleine Gruppe von Linken mit einem Faible für vegane Backwaren und Fairtradekaffee. Eine Reflexion auf die relativ wahllose monatliche Abfolge von einführenden Theorie- und Politikvorträgen wandelte sich schließlich zu dem Anspruch auf konkrete Gesellschaftskritik. Kritik der Religion und Religionskritik, regressiver Kapitalismuskritik und Antisemitismus oder zuletzt die Kritik Postmoderner Theorie bildeten Schwerpunkte unserer inhaltlichen Arbeit.
Daran anzuschließen täte in Dresden sicherlich Not. Die Konstellation, welche einst unsere Gruppe bildete, ist allerdings nicht mehr vorhanden. 
Gerade weil wir in Zeiten von anhaltender Pseudo-Aktivität und verstellter revolutionärer Praxis eine Absage an blindes Engagement befürworten, möchten wir nicht ausschließen auch in Zukunft mit bestimmter Negation zu intervenieren, wo wir das Ausbleiben von Kritik für unerträglich halten. Ob dies allerdings unter dem Gruppennamen Café Négation geschieht, ist einerlei.

Über die Frage: Was heißt Gegenaufklärung?

Text als PDF: Über die Frage: Was heißt Gegenaufklärung

Fragmente einer Auswertung der Themenreihe “Postmoderne Theorie – Befreiung oder Zerstörung des Subjekts?” von März bis Juli 2012 im Café Négation

Das Café Négation organisierte von März bis Juli 2012 eine Vortragsreihe zur Analyse und Kritik postmoderner Theorie.1 Die Frage, die uns bewegte, fokussierte im Besonderen auf das Subjekt und welche Stellung der einzelne Mensch in jener Theorieströmung einnimmt. Der Status Quo der aktuellen, postmodernen Theorie und vermeintlichen Gesellschaftskritik, zeichnet sich unserer Meinung nach durch eine Krise der Subjektivität aus, welche in deterministischen Zügen in Psychologie, Philosophie, Historie u.a. deutlich zu Tage tritt. Subjektive Freiheit und Autonomie als Ziele des Denkens scheinen abgedankt zu haben. Um sich diesem riesigen Themenkomplex zu nähern, haben wir mittels unterschiedlicher Perspektiven versucht, eine kritische Analyse des eher schwammigen Begriffs der Postmoderne und ihrem Potenzial in Hinblick auf die Emanzipation vom Subjektstatus, darzustellen. Als vorläufiges Resümee, was keinen Anspruch auf Vollständigkeit stellen und lediglich fragmentarisch urteilen kann, soll dieser Text einige Erkenntnisse zusammenfassen.
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Vor- und Nachtrag zur Veranstaltung des Café Négation mit Martin Dornis, oder: „Spiel nicht mit den antideutschen Schmuddelkindern“

Dass es in Dresden möglich ist Texte zu schreiben in welchen Referenten als „antideutsche Ideologen“ und ähnliches diffamiert werden, halten wir für einen Zustand der nicht hinnehmbar ist. Daher halten wir es für notwendig einige Anmerkungen in der Kontroverse  um unseren Vortrag mit dem Referenten Martin Dornis noch einmal aufzugreifen.

Spiel nicht mit den antideutschen Schmuddelkindern(Text als PDF)

Vortrag mit Martin Dornis: Vom “Sein zum Tode” zum “Lauschen auf den Diskurs”

13.07.12, ab 19h // Kukulida e.V

Martin-Luther-Str. 1 // 01099 Dresden

Am Freitag den 13. Juli wird unsere ursprünglich für Mai geplante Veranstaltung mit dem Referenten Martin Dornis nachgeholt.
Die Kontroverse, welche besonders durch einen Text der Gruppe Black Monday mit Diffamierungen durchsetzt ist, wollen wir dabei nicht unter den Tisch fallen lassen. Noch vor dem Vortrag wird es daher unsererseits einen Text geben, der sich mit inhaltlichen Vorwürfen auseinander setzt und dabei auch einige grundsätzliche Positionen von uns als Gruppe enthalten wird.

Im vorerst letzten Vortrag der Reihe zur Analyse und Kritik postmoderner Theorie wird, wie der Titel bereits verrät, die theoretische Nähe poststrukturalistischer Denker_innen mit Martin Heideggers “Existenzialontologie” aufgezeigt.
Den Ausgangspunkt bildet eine Anlyse der Entwicklung der deutschen Ideologie, angefangen bei den Ausführungen von Marx über den Spätkapitalismus bishin zum Nationalsozialismus und Post-Nazismus in Deutschland. Die Philosophie und Kulturkritik Martin Heideggers wird als “Ideologie des Todes” charakterisiert. Der Fokus liegt auf der Darstellung seiner Theorie als einer Suche nach dem “Sein” des Menschen, welches letztlich nur im Tode zu finden ist.
Der Referent wird am Beispiel von Foucault und Butler eine Kritik an der postmodernen “Dekonstruktion des Subjekts” formulieren und die Frage beantworten inwiefern der affimierte Tod des Subjekts in einem “Lauschen auf den Diskurs” eine Analogie zu Heideggers “Sein zum Tode” darstellt.
Die aktuelle Debatte um die geplante kuriose Vergabe des Theodor W. Adorno Preises an die Antizionistin Judith Butler stellt einen aktuellen Bezug dar, der deutlich macht wie wichtig die kritische Auseinadersetzung mit solcherlei Theorie heute ist.(1)

Martin Dornis lebt in Leipzig, studierte Philosophie, Ökonomie und Erziehungswissenschaften. Er veröffentlicht Texte über Ideologiekritik, Antisemitismus, Krisentheorie und materialistische Gesellschaftskritik.
Zuletzt von ihm erschienen: Der Meister aus Deutschland. Zur Kritik der Ideologie des Todes, in: Alex Gruber/ Philipp Lenhard (Hg.): Gegenaufklärung. Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft, Freiburg 2011: ça ira.

(1):
Zum Theorie-Verhältnis von Butler und Adorno / Poststrukturalismus und Kritischer Theorie siehe:

Magnus Klaue, Ethos und Gewalt, in: Konkret Online

Alex Gruber, Postmoderner Apriorismus. Zur Anthropologie Judith Butlers, in: Prodomo 12 (2009);

Vortrag: “Der Mensch ist tot. Zu einer Kritik des Strukturalismus”

Am Samstag den 16. Juni findet die nächste Veranstaltung des Café Négation ab 15h im AZ Conni Dresden statt.

Der leider entfallene Vortrag im Mai mit Martin Dornis wird voraussichtlich im Juli nachgeholt werden. (Zur inhaltlichen Debatte folgt in Kürze ein Text unsererseits)

Zur Kritik des Strukturalismus und der Rolle des Subjekts erwartet euch im Juni folgendes:

Galt der Mensch bei Sartre noch als frei, engagiert und sich selbst entwerfend, so prognostiziert Michel Foucault im Jahr 1966 das Abdanken des Menschen. Dieser sei bloß eine junge Erfindung und würde bald schon verschwinden „wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand“. Das Verschwinden des Menschen wird jedoch im Strukturalismus und in den auf ihn folgenden Strömungen nicht kritisch thematisiert, sondern affirmativ begrüßt und vorangetrieben. Der frei sich wählende Mensch tritt hier hinter den Strukturen zurück und wird zu deren bloßer Funktion, ein Hohlraum, durch den hindurch die Strukturen wirken.
Jean Améry kann als einer der frühesten Kritiker des Strukturalismus im deutschsprachigen Raum gelten. Er hatte die Anziehungskraft dieser „Philosophie jenseits des Menschen“ darauf zurückgeführt, dass in diesem Denken der Mensch von sich selbst erlöst werde, Freiheit und Aktion ihm nicht länger aufgebürdet würden. Als „Ideologie der technokratischen Gesellschaft in wissenschaftlicher Anschirrung“ bezeichnete er den Strukturalismus und wies auf die fragwürdigen Konsequenzen des Verlustes von Mensch und Geschichte hin.
In dem Vortrag “Der Mensch ist tot. Zu einer Kritik des Strukturalismus” wird das Aufkommen des Strukturalismus als Umkehr des Sartreschen Existenzialismus historisch nachvollzogen, die Rolle des Subjekts im Strukturalismus thematisiert und mit der Kritik Jean Amérys konfrontiert. Schließlich wird zu fragen sein, wie tragfähig diese Kritik angesichts aktuellerer Entwicklungen heute noch ist.

Die Referentin Birte Hewera veröffentlichte zuletzt den Beitrag „Das System ist alles. Der Mensch ist nichts. Die Wirklichkeit ist – wenig“. Jean Améry und der Strukturalismus im Sammelband Gegenaufklärung. Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft. (Alex Gruber, Philipp Lenhard (Hrsg.), Ça Ira, 2011

Für eine linke Streitkultur! Vortrag mit Martin Dornis muss verschoben werden

Die geplante Veranstaltung am 20.05.12 mit Martin Dornis wird nicht wie geplant im Kosmotique e.V. stattfinden können. Nach längerer und bisher noch interner Debatte stehen uns die Räumlichkeiten nicht zur Verfügung mit der Begründung, dass es nicht mit dem feministischen Verständnis des Betreiber_innen-Kolletiv vereinbar sei, da sich Dornis in der Kontroverse zwischen Justus Wertmüller und dem AFBL Leipzig mit seiner Teilnahme an der Veranstaltung Gegen den linken Konsens auf der Seite Wertmüllers positioniert habe.
Wir sehen darin jedoch keinen Grund eine Veranstaltung mit Martin Dornis abzusagen, da uns eine Streitkultur extrem wichtig ist. Der Vortrag wird daher zeitnah an einem anderen Ort nachgeholt werden.

Tabuisierter Diskurs?

Die von uns geplante Veranstaltung mit Martin Dornis („Vom Sein zum Tode“ zum „Lauschen auf den Diskurs“) kann unter Umständen nicht stattfinden.

Ursache dafür ist eine bestehende Kontroverse um Vorwürfe, hauptsächlich vorgebracht seitens der Dresdener Gruppe „Black Monday“, welche Dornis‘ Positionen weitestgehend als „antifeministisch“, „eurozentristisch“ und „Kapitalismus affimierend“ verstehen.
Da diese Debatte nun die Folge hatte, uns die Suche nach einem geeigneten Ausweichveranstaltungsort zu erschweren, wird sich erst im Laufe der nächsten Woche herausstellen, ob der Vortrag zum geplanten Zeitpunkt stattfinden kann.
Selbstverständlich werden wir in Kürze zu den genannten Vorwürfen, welche wir allesamt zurückweisen, ausführlich Stellung beziehen.

Also: Augen und Ohren offen halten!

Vortrag: Vom „Sein zum Tode“ zum „Lauschen auf den Diskurs“

Der Vortrag konnte nicht wie geplant im KOSMOTIQUE stattfinden, wird aber nachgeholt werden.

 

Martin Dornis wird aus einer Kritik des Poststrukturalismus heraus einen Überblick über die Veränderung des Wesens der deutschen Ideologie von Marx über den Spätkapitalismus bis hin zum Nazi- und schließlich Post-Faschismus aufzeigen. Die Entwicklung der konservativ bis faschistischen Kulturkritik insbesondere Martin Heideggers „Ideologie des Todes“ wird dabei vorgestellt. Diese strebt das Ende der Vermittlung durch die Gesellschaft an. Ziel dessen ist die Einheit mit dem Ganzen, das „Sein“, welches letztlich nur im Tode zu finden ist. Daran anknüpfend wird schließlich post-faschistische Ideologie näher untersucht. Das Verständnis von Diskurs und Macht im Denken von Michel Foucault und Judith Butler wird kritisch analysiert und der Frage nachgegangen ob die postmoderne Dekonstruktion des Subjekts ein „Lauschen auf den Diskurs“, also eine theoretische Analogie zu Heideggers Fundamentalontologie darstellt.

Martin Dornis lebt in Leipzig, studierte Philosophie, Ökonomie und Erziehungswissenschaften. Er veröffentlicht Texte über Ideologiekritik, Antisemitismus, Krisentheorie und materialistische Gesellschaftskritik.
Zuletzt von ihm erschienen: Der Meister aus Deutschland. Zur Kritik der Ideologie des Todes, in: Alex Gruber/ Philipp Lenhard (Hg.): Gegenaufklärung. Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft, Freiburg 2011: ça ira.

Vortrag: „Techniken des Selbst – Künste der Existenz. Subjektivität beim späten Foucault“

Michel Foucault kann als einer der bedeutendsten Theoretiker Postmoderner Philosophie bezeichnet werden. Im April wird uns Constanze Demuth (Lehrstuhl Praktische Philosophie TU Dresden) einen Einblick in seine Gedankenwelt geben und dabei besonders auf die Rolle der Subjektivität eingehen.

Ausgehend von der antiken Forderung des „Erkenne dich selbst“ beschreibt Foucault die Selbsterkenntnis als Basis einer Arbeit an sich selbst mit dem Terminus ‚Techniken des Selbst‘: „[D]as Nachdenken über Lebensweisen, die Wahl einer Lebensform, die Regulierung des eigenen Verhaltens, die Selbstzuweisung von Zielen und Mitteln…“ (Foucault, Michel: Ästhetik der Existenz. Schriften zur Lebenskunst. Frankfurt am Main 2007, S. 76)

Ob man in diesem Zusammenhang vom ‚Tod des Subjekts‘ sprechen kann und was das für Postmoderne Identitätspolitik bedeutet, wollen wir mit euch mittels diesem Vortrag diskutieren.

Sonntag, 15.04.12

ab 15h Klub RM 16

Vortrag: „Postmoderne – das Ende der großen Erzählungen“

Ein Gespenst geht um in der linken Theoriebildung: Die Postmoderne.

Dass es weder provokativer Kunstzauber, noch neoliberale Beliebigkeit ist,
was da geistert, soll Euch aus drei Perspektiven gezeigt werden.
Perspektiven die jenseits von Identität, Totalität und Essentialismus
etwas zu beschreiben versuchen, was nötig wurde, um dem Morden
mörderischer Ideologien, um dem Morden des immer Anderen eine definitive Grenze zu setzen. Diese Ideen pluraler, dekonstruktivistischer,
differenzphilosophischer oder postismartiger Theorie will die
Veranstaltung beispielhaft und einführend beleuchten.

Im März starten wir mit einem einführenden Vortrag die Reihe „Postmoderne Theorie – Befreiung oder Zerstörung des Subjekts?“ Die Referenten werden dabei  einen Einblick geben, was Postmoderne Theorie ausmacht. In einer  anschließend  ausdrücklich erwünschten Diskussion ist Platz für Fragen, Widerspruch und Kritik.

Sonntag, 18.03.12

15h Klub RM16 Dresden

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